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Heinrich Heine. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" (Ganztext)
Viele Gedichte Heinrich Heines aus den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts treffen den schlichten Ton des Volksliedes, zerstören aber oft durch plötzliche Umbrüche, geistreichen Witz oder beißende Ironie die Eindeutigkeit von Stimmung und Aussage. So auch in dem 1823 veröffentlichten und 1838 von Friedrich Silcher vertonten "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". Beim heutigen Gebrauch steht zumeist eine heimattümelnde Rhein- und Weinseligkeit im Vordergrund.

Höhepunkte der deutschen Literatur in reinem Ruhrdeutsch
Diese begrenzte und sorgfältig erwogene Auswahl will versuchen, epochale Werke der deutschen Literatur in markanter Kürze und Verkürzung in die Sprache des Ruhrgebietes zu übertragen. Bewiesen ist hiermit die Literaturfähigkeit des Ruhrdeutschen.


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Höhepunkte der deutschen Literatur in reinem Ruhrdeutsch

Zampano sein SiftÄnnchen von Tharau
"Faust" - der Tragödie erster TeilMax und Moritz im Kohlenpott
Die BürgschaftDer Froschkönig von Oberhausen
Die-mit-die-rote-Kappe-aufen Kopp

Höhepunkte der deutschen Literatur in reinem Ruhrdeutsch
Heinrich Heine. "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" (Ganztext)

Ich weiß nich, wat soll dat bedeuten

Ich weiß nich, wat soll dat bedeuten,
Dat ich so bräsig sein tu,
Ne Schote vertell ich euch Leutken,
Die lässt mch nimmehr mehr in Ruh.

Der Abend waa schubbig und trocken,
Am Rhein waa unten nix los,
Ich süppelte grade en Schoppen,
Und den Lorenz pillerte bloß.

Dann, oben auf son Huckel,
Da sah ich ne Mudder, ne satte,
Ers dacht ich, se hätte en Buckel,
Doch se kämmte nur ihre Matte.

Se steht auf ihrn Putz und Gesänge,
Denn en töfftet Lied se tut schallern,
Kommt jez nich gleich wat inne Gänge,
Dann tu ich mich noch einen ballern.

Da kommt son Fürst aufen Schiffe,
In son urigen Mickerkahn,
Der Tüpp kuckt nich aufe Riffe,
Der kuckt nur de Olle an.

Der Tüpp und sein Kahn gehen unter,
De Riffkes haunse zu Brei.
Und eingestielt hat dat munter
Aufen Huckel de Lorelei.