Werner Boschmann
Zur Geschichte dieser Seiten, über Nettikette und einen Pattenpast


www.ruhrgebietssprache.de gibt es seit 1997; viele der Seiten beinhalten Teile des "Lexikons der Ruhrgebietssprache – von Aalskuhle bis Zymtzicke", das in der allerersten Auflage 1982 erschien. Wenn ich mir ab und an die Anzahl der "Pageviews" anschaue, ist es eine große Freude festzustellen, dass sich www.ruhrgebietssprache.de über die Jahre konstant wachsender Beliebheit erfreut – wie unser wunderbarer Dialekt auch.

www.ruhrgebietssprache.de wird regelmäßig ergänzt und erweitert. Fehlen Ihnen bestimmte Wörter oder glauben Sie, dass Sachverhalte auch anders dargestellt werden könnten und sollten, dann schreiben mir bitte eine E-Mail.

Seitdem www.ruhrgebietssprache.de existiert, kam und kommt es immer wieder vor, dass einzelne Inhalte, aber auch ganze Seiten kopiert und ohne Hinweis auf die Herkunft auf Blogs, in "Soziale Netzwerke", auf private und geschäftliche Internet-Auftritte "gepostet" wurden und werden. In diesem Zusammenhang erfreuen sich die Beleidigungsstufen, Ruhrsprach-Literarisches und die Defitionen der aufgeführten ruhrsprachlichen Begriffe ganz besonderer Beliebheit.

Dass geklaut wird, ärgert mich, auch weil es eigentlich gar nicht sein muss: Schicken Sie mir eine E-Mail und schreiben Sie mir, was Sie wo verwenden möchten. Ich schaue es mir an, und in der Regel spricht, wenn Sie mit einem “Entnommen aus“ auf die Herkunft verweisen, nichts gegen eine Verwendung, denn ich bin selbst sehr daran interessiert, dass sich www.ruhrgebietssprache.de, aber auch unser Dialekt wachsender Verbreitung erfreuen.

Es ist im WWW nicht ganz einfach und recht zeitaufwendig, nicht genehmigte (und somit unerlaubte) Entnahmen aufzustöbern. Deshalb habe ich es mir seit 1997 immer wieder mal gegönnt, Begriffe der Ruhrgebietssprache zu "erfinden". Vieles, das so schön nach Ruhrgebiet klingt, wenn man es liest und vor sich hin murmelt, wird ruck, zuck und ohne großes Nachforschen in die Kiste "typisch Ruhrgebietssprache" gesteckt, aus www.ruhrgebietssprache.de rauskopiert und irgendwo einkopiert. – Ich habe die Bedeutung "meiner Wörter" direkt oder über verwandte Begriffe definiert, sie stecken also irgendwo in der großen Wortliste; ich habe sie in die literarischen Texte eingebaut und z.B. auch unter die vielen hübschen Beleidigungen gemischt. Es ist – auch für erfahrene Sprecher – sicherlich nicht ganz einfach, sie zu finden, und ich werde sie Ihnen natürlich hier nicht – und niemals – verraten. Sie werden meine ruhrsprachliche Hinterlassenschaft sein. Krisse hier nie nix raus ... bis auf eine Worterfindung vielleicht; ein Beispiel, damit Sie nicht denken, ich schriebe hier Stuss:

Das Wort "Pattenpapst" existiert in www.ruhrgebietssprache seit 1998; in diesem Jahr habe ich es erfunden. Es ist mein Sprachkind. Ich habe es auf diesen Seiten und im Text von "Max und Moritz im Kohlenpott" in der Neuauflage von 1998 ("Pattenpapst Kotowski Kalla") verwendet.
Und jetzt schauen Sie sich bitte an, was Google zu dem klanglich und inhaltlich toften ruhrgebietssprachlichen Wort vermeldet:
https://www.google.de/?gfe_rd=cr&ei=8uXxVOHMDNKo8weg-YGgCw&gws_rd=ssl#q=%22Pattenpapst%22

Schauen Sie z.B. auf "Facebook":
https://de-de.facebook.com/pottknast/posts/314942905184942


Auf Twitter gab es jemanden, der sich "Pattenpapst" nannte; nachdem ich ihm etwas über die Herkunft seines Namens "getweetet“ hatte, war der Kontakt mit ihm weg – seine Spuren im WWW natürlich nicht.
https://twitter.com/lorenzkng/status/203076074609975296.

"Pattenpapst" wurde natürlich in Web-Enzyklopädien Einlass gewährt (hier mit einem Hinweis auf den Fundort):
http://www.enzyklo.de/Begriff/patte

In die Uni Duisburg öffnete ein Christian Hagemann die Tür nicht nur einen Spaltbreit (Vorsicht pdf!)
http://www.linse.uni-due.de/linse/esel/pdf/ruhrgebietsdeutsch.pdf

Und in einem der einschlägigen "Schimpfwörterbücher" ist zu lesen:
"Pattenpapst – hat überhaupt nichts mit dem Vatikan zu tun. So nennt man im Ruhrgebiet nämlich einen, der schnell und unerwartet zu Geld gekommen ist. ..."
https://books.google.de/books?id=h-5HhVnriBIC&pg=PT22Pattenpapst%22&f=false


Erwähnt seien beispielhaft noch die Nennungen in den Rennrad-News, bei "Wer-weiß-was" und im fast schon internationalen Stock-World-Forum.

Ich habe es also tatsächlich bis zum erwiesenen Wörtererfinder geschafft. – Ein schönes Gefühl, fast erhebend ("erhebend" fluppt nich ganz, weil ich Bottroper bin), wenn schon nicht den Gang der Welt, so doch den der Ruhrgebietssprache ein wenig beeinflussen zu können. Wobei "Pattenpapst" eine – Sie gestatten ein klitzekleines Eigenlob – verdorri knuffige Erfindung is, aber – und da bin ich mir als selbstkritischer Erfinder ganz sicher – längst nicht die Knuffigste und überhaupt schon nicht die, die die meiste Verbreitung gefunden hat. Einige haben x-mal so viele Google-Treffer wie "Pattenpapst"; diverse schafften es in die Zeitung, in Glossen und Kolumnen von "Sprachexperten", nahezu alle in neu erscheinende Ruhrsprachlexika; eines wurde eine halbe Buchseite lang wissenschaftlich hinterfragt – recht intim, denn es hat im weitesten Sinne etwas mit Sex zu tun; ein anderes hat es bis in einen Buchtitel geschafft – und zwar nicht in einen meines Verlages. Übrigens: Eine Wortherkunft, Etymologisches – wenn notwendig – passend zu erfinden, ist nicht besonders schwierig. Die meisten Seitenbetreiber freuen sich über kluge Hinweise.

Also: Wennse wat aus www.ruhrgebietssprache.de verwenden möchten:
Schickense mir ne Mail. Inner Regel gehtet klar – bin ja schließlich Bottroper.

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